Neurologische unerwünschte Arzneimittelwirkungen

Gerade bei neurologischen UAW ist es schwierig, diese als UAW zu erkennen, weil die neurologischen Veränderungen so viele Gesichter haben können (s. Tabelle).
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Wird die Störung nicht als UAW erkannt, sondern für eine neue Erkrankung gehalten, und folglich medikamentös behandelt, entstehen Verordnungskaskaden, die wiederum das Risiko für weitere UAW durch die neuen Wirkstoffe und ihre Interaktionen erhöhen. Am Ende stehen nicht selten komplexe Therapieschemata, die nicht mehr zu überblicken sind, die Lebensqualität der Patienten einschränken und hohe Kosten verursachen.

Typische Auslöser der o.g. Störungen sind:

Cerebrovaskuläre Erkrankungen:

  • Cerebellarsyndrom:  Phenytoin, Lithium, Carbamazepin, manchen Zytostatika, Aminoglykosidantibiotika
  • Schlaganfall infolge von Thromboembolie: Estrogene, Progestagene
  • (cerebro-)vaskuläre Effekte: atypische Antipsychotika

Kognitive Beeinträchtigungen: Anticholinergika und Wirkstoffe mit anticholinergen UAW (H1-Antihistaminika der 1. Generation, z.B. Diphenhydramin, Parkinsonmedikamente, Muskelrelaxanzien, trizyklische Antidepressiva), außerdem Neuroleptika, atypische Antipsychotika, Benzodiazepine
Malignes neuroleptisches Syndrom: Neuroleptika (z.B. Chlorpromazin, Haloperidol), Dopaminantagonisten (z.B. MCP), abruptes Absetzen von Dopaminagonisten
Bewegungsstörungen: dopaminantagonistische Antipsychotika (z.B. Risperidon), Dopaminantagonisten
Krampfanfälle: Alkohol-, Opioid-, Benzodiazepinentzug; Antiarrhythmika, Cephalosporine, Imipenem, alkylierende Zytostatika, Methotrexat, Chlorpromazin, Lithium, Fentanyl, Tramadol, in supratherapeutischer Dosis: trizyklische Antidepressiva, Theophyllin, Clozapin; arzneimittelinduzierte Störungen des Natrium- oder Glucosehaushalts
Serotoninsyndrom: selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Triptane, manche Opioide, Dextromethorphan
Schlafstörungen: Antidepressiva, Kortikoide, Betamimetika, Parkinsonmedikamente, Sedativa wie Diphenhydramin, Benzodiazepine

Quelle:

Demler TL: Drug-induced neurologic conditions, US Pharmacist 2014, 39(1):47-52

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